Das Niseanische Pferd –

eine ausgestorbene Pferderasse, die einst in der Stadt Nisaia beheimatet war, die in der Nisaean-Ebene am Fuße der südlichen Region des Zagros-Gebirges im Iran liegt.

Vor dem König ritten zunächst tausend Reiter, ausgewählte Männer aus dem persischen Volk, dann tausend Speerkämpfer, ebenfalls ausgewählte Truppen, deren Speerspitzen zum Boden gerichtet waren, und als nächstes zehn der heiligen Pferde namens Nisaean, die alle kunstvoll geschmückt waren. (Diese Pferde werden Nisaean genannt, weil sie aus der Nisaean-Ebene stammen, einer weiten Ebene in Mittelasien, in der Pferde von ungewöhnlicher Größe gezüchtet werden.)

Die erste schriftliche Erwähnung des Nisean-Pferdes findet sich um 430 v. Chr. in Herodots „Berichten“.

Nisaia (altpersisch Nisâya, „Siedlung”): Bezirk im Westen von Media.

Die Nisaean- oder Nesaean-Ebene, die von mehreren antiken Autoren erwähnt wird, war bekannt für ihre Pferde und ihren Klee (Medicago sativa, „Purpur-Klee” oder Luzerne). Anmerkung[Strabo, Geography 13.7.3.]
Die Ebene muss Teil des Zagros-Gebirges gewesen sein und lag wahrscheinlich an der Straße von Behistun nach Hamadan (dem antiken Ekbatana), obwohl eine Anekdote über Markus Antonius, der diese Pferde sah, als er in das Parthische Reich einfiel, auf eine nördlichere Lage hindeutet.Anmerkung[Strabo, Geography 14.9.4.]

Die Nisaean-Pferde werden in der Regel als Zugtiere für den königlichen Wagen der Achämeniden oder für Wagen erwähnt, die in einer Art Kultpraktiken verwendet wurden.Anmerkung [Cf. Herodotus, Histories 7.40.] 

RADOSŁAW Andrzej GAWROŃSKI

Fakultät für Geschichte, Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität rgawr@o2.pl

ORCID 0000-0001-5324-7830

REITERRELIEF AUS PTOLEMAIS UND DAS PFERD VON NISEA

Equestrian_Relief_From_Ptolemais_an de

Persepolis, Apadana, East Stairs, Northern part, Chariot drawn by Nesaean horses

Sie waren in der Antike so berühmt, dass der chinesische Kaiser Han Wu-ti (reg. 141–87) um 130 v. Chr. einen Höfling namens Chang Ch’ien entsandte, um sie zu erwerben. Obwohl er bei seiner Mission scheiterte, führte seine Reise zur Eröffnung der Seidenstraße.

Jahrhunderte später schenkte der persische König Shapur I. (reg. 241–272 n. Chr.) den Juden im Sassanidenreich ein edles weißes Nisaean-Pferd, für den Fall, dass der Messias, von dem man annahm, dass er auf einem Esel oder Maultier reiten würde, kommen würde. Es besteht kein Grund, an dieser Geschichte zu zweifeln, da auch die Zoroastrier begonnen hatten, an einen Erlöser zu glauben, den sošyan. In der Nachbarschaft, vierzig Kilometer flussaufwärts vom heutigen Sa’îndezh, befand sich die königliche Residenz der medischen und persischen Könige, Sikayauvatiš, die die Straße zwischen Medien und Armenien beherrschte. Hier tötete Darius I. der Große den magischen Usurpator Gaumâta (29. September 522 v. Chr.) und wurde König des Persischen Reiches.

RADOSŁAW Andrzej GAWROŃSKI

Fakultät für Geschichte, Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität rgawr@o2.pl

ORCID 0000-0001-5324-7830

REITERRELIEF AUS PTOLEMAIS UND DAS PFERD VON NISEA

ZUSAMMENFASSUNG: Bezug nehmend auf diese Veröffentlichung (eine komplette übersetzte Version steht im oberen Text zum Download bereit), lassen sich für Züchter in der heutigen Zeit folgende interessante Punkte festhalten:

– Der Historiker und Feldherr Xenophon beschrieb die Levade ausführlich: „Die manchmal vertretene Meinung, dass ein Pferd mit freier Beinarbeit auch seinen Körper anheben kann, ist falsch. Vielmehr kann ein Pferd mit geschmeidigen, kurzen und kräftigen Lenden seine Hinterbeine weiter unter sich nach vorne bringen.
– das auf dem Relief aus Ptolemais dargestellte Pferd scheint außergewöhnlich groß und recht stämmig zu sein –> Reiter von kleiner Statur ?

* Widerspruch zur früheren griechischen Kunsttradition: leichtere Tiere mit schlanker Statur Anmerkung z.B. Reiter von Artemision, Hemingway 2004, 49–53, siehe Dokument Abb. 32–33. Im Fall des Kunstwerk von Artemision gibt es jedoch einige kleinere stilistische Probleme: Der Bildhauer hat die Hinterbeine länger und die Vorderbeine kürzer dargestellt!
*dargestellte Reiter waren inhaltlich weitaus wichtiger -> daher größer als die Pferde. Die Skulpturen aus dem großen Panathenäen-Fries des Parthenon sind ein gutes Beispiel von Vielen!
* Annahme: künstlerische Freiheit: die auf der Reitszene dargestellten Tiere sind nicht größer als die Hüfthöhe ihrer Reiter, was höchst unwahrscheinlich erscheint, auch wenn die Pferde im antiken Griechenland recht klein waren!

– An dieser Stelle sind die aktuellen Erkenntnisse über die Biomechanik der Levade von Bedeutung. Nach neuesten Forschungsergebnissen können nur Pferde mit starken Muskeln und gut entwickelten Hinterbeinen die Levade korrekt ausführen, da das Pferd seinen Rumpf von einem Winkel von 16 Grad auf etwa 36 Grad anhebt und 1 bis 2 Sekunden lang in dieser Position verbleibt. Während der Anhebungsphase wirkt die Kraft der Vorderbeine nach oben und nach hinten, während das Tier seine Vorderbeine in die Levade-Position zurückzieht. Gleichzeitig nutzt das Tier die Muskeln seines Rückens und seiner Hinterhand, um seine Vorderhand anzuheben, anstatt die Vorderbeine zu verwenden, um die Vorderhand nach oben zu drücken.

–> Überraschenderweise gibt es heutzutage nur wenige Pferde, die eine korrekte Levade ausführen können”. Das Gleiche mag auch in der Antike gegolten haben – wenn man den wichtigen zeitgenössischen Abbildungen glauben darf – waren es besondere Pferde, die zur Levade fähig waren, und dementsprechend müssen selten gewesen sein!

Natürlich lassen die erhaltenen Zeugnisse keine eindeutigen Aussagen zu, und es gibt viele künstlerische Freiheiten, aber einige phänotypische Merkmale lassen sich ableiten:

– Natürlich wurden einige dieser Tiere absichtlich so modelliert, dass sie viel größer aussahen als die Tributpferde, die von verschiedenen unterworfenen Völkern nach Persepolis gebracht wurden:
–>  berühmten ‚großen Nisean-Pferde‘: langer Körper , ramsköpfig, auffallend massiver Hals und schwerer Mähne  ( Hauptreittiere der persischen Elite-Reiter): Daraus könnte man die Vermutung ableiten, dass der Zugang zu größeren und schnelleren Pferden ein ausschließliches Vorrecht des persischen Staates war, der vermutlich entschlossen war, den Genpool um jeden Preis zu schützen. Tatsächlich war in der Antike kein anderer Staat in der Lage, derart schwer gepanzerte Reiter aufzustellen. Da die berühmten Nisean-Kampfpferde speziell für diesen Zweck gezüchtet wurden, nahmen sie im Laufe der Zeit vermutlich sogar an Größe und Statur zu!

Einer chinesischen Quelle zufolge konnten einige dieser berühmten persischen Pferde, genauer gesagt ihre späteren parthischen Nachkommen, eine Widerristhöhe von bis zu 160 cm erreichen. Dennoch brach die persische Vorherrschaft in der Pferdezucht nach den Eroberungen Alexanders des Großen zusammen.

Wir haben jedoch keine direkten Beweise dafür, dass es vor Alexander dem Großen Nisean-Pferde in Ägypten gab. An dieser Stelle können wir ein weiteres Argument vorbringen: Die historischen Quellen belegen einheitlich, dass die lokalen libyschen Pferde eher schlank waren. In der Antike ermöglichten nur die reichen und wasserreichen Weideflächen von Media eine zuverlässige Zucht außergewöhnlich großer Pferde. Im Mittelalter mussten die Herrscher Englands Kriegspferde aus Europa importieren, meist aus der Region Mantua in der Lombardei, da die kargen Weideflächen ihres Heimatlandes die Zucht größerer Tiere nicht ermöglichten. Dieses „Problem“ blieb bis zur Spätmoderne ungelöst, als sich die landwirtschaftlichen Techniken erheblich verbesserten. Ebenso musste das kreuzfahrende Königreich Jerusalem geeignete Kriegspferde aus Europa auf dem Seeweg importieren. Daraus lässt sich vermuten, dass die Zucht großer Pferde im alten Libyen wahrscheinlich unmöglich war.

Die allgemeine Schlussfolgerung lautet, dass der anonyme

Bildhauer des Ptolemais-Reliefs beabsichtigte, ein Abbild des

schwereren Nisean-Pferdes zu schaffen. Aller Wahrscheinlichkeit

nach hatte er ein solches Tier in Wirklichkeit gesehen und

arbeitete mit Hilfe einiger Lebenskizzen.

Was für ein Pferd ist das?

Kann man die Darstellung des Pferdes als belegbare Grundlage voraussetzen?

Bedeutung für aktuelle Zucht?

Können solche historischen Elemente eine reale Einflussnahme für die aktuelle Zucht darstellen?

Wo steht die Wissenschaft?

Haben wir wissenschaftliche Belege für die Relevanz unserer heutigen Pferde im Zusammenhang mit der Antike?

Ist die Zeitspanne noch erfassbar?

Jagen wir einem antiken Mythos hinterher oder betrachten wir das als historische Basis?

Wo stehen die Berberpferde?

Historische Einflüsse unzählbarer Menge prägten dieses Pferd, kann sein Platz überhauot definiert werden?

Lässt sich von der äußeren Erscheinung etwas sachgemäß ableiten?

Wieviel Definition und exakte Beschreibung braucht ein Pferd einer Rasse, um es einzuordnen?

Altıkulaç Sarcophagus hunting scene (hunter detail with tiara)